6+ Tipps: Bloggen in englisch als Non-Native Speaker

Blogsprache Englisch oder Deutsch

Als ich 2007 Shoppingverse.de gründete, startete ich mit zwei Versionen der Seite – Die .com Domain war mit englischem Inhalt und die .de Domain lieferte Content in deutscher Sprache. Mit dem Wunsch das Blog in einer anderen Sprache als meiner Muttersprache zu schreiben, war ich nicht alleine. Viele deutschsprachige Blogs die ich kenne, bieten mittlerweile zusätzlich englischen Content an oder switchen die Sprache sogar zu 100%.

Ich bloggte aus zwei Gründen in 2 Sprachen:

a) Ich wollte die Möglichkeit haben einer größeren Reichweite zu erzielen, um die Seite populärer zu machen. Was in meinen Augen nur durch englischsprachigen Content möglich war, da ich so zweifelsohne eine größere Zielgruppe ansprach. In deutsch konnte ich  „lokal nur sehr begrenzt“ agieren. Zudem wohnte ich damals (wie nun auch wieder) in Melbourne/Australien.

b) Ich war der Meinung ein deutschsprachiger Blog würde wesentlich besser innerhalb des deutschen Sprachraums angenommen, als ein englischer Blog.

Schnell merkte ich jedoch, welchen Aufwand es bedeutet zwei Blogs zu betreiben und sich in „zwei (-sprachigen) Welten“ zu bewegen, zu netzwerken (was damals noch wesentlich aufwendiger war als heute durch Twitter und Co) und Content zu produzieren, der meine beiden Domains bei Google nicht beeinflussen würde. Ihr lest es schon, es war anstrengend und fruchtete auch nicht. Nach drei Monaten stampfte ich die .com Version von Shoppingverse ein und redirectete auf die .de Domain und ihren Content.

6 Tipps zum bloggen in englischer Sprache

Hinterfrage deine Gründe

In einigen Fällen kann es durchaus von Vorteil sein, auf Englisch zu bloggen. Doch dies ist von Blog zu Blog und deren Nischen und Zielgruppen abhängig. Durchdenke daher genau, weswegen du es tun willst. Wer ist deine Zielgruppe? Wie reagieren deine Leser auf den plötzlichen Switch? Hat es Auswirkungen auf Werbepartner deines Blogs?
Erstelle am besten eine Pro- und Contraliste und lass dir Zeit bei deiner Entscheidung.
Vielleicht magst du den Schritt auch zuerst mit deinen Lesern diskutieren und sehen ob es ihnen einen Mehrwert bietet.

Keep it simple

Viele Blogger machen den Fehler, dass sie in englisch ebenso gut schreiben wollen, wie in ihrer Muttersprache. In den seltensten Fällen habe ich jedoch erlebt, dass dies gelingt. Im Gegenteil.
Daher halte deinen Schreibstil simple. Nutze Wörter und Redewendungen die du kennst und in denen du dich sicher bewegen kannst. Wenn ich auf ein Blog stoße, auf dem die Grammatik permanent falsch verwandt oder Redewendungen völlig falsch angewandt werden, bin ich schnell wieder weg. Solche Blogs landen in der Regel auch nicht in meiner Reader Liste. Deinen Lesern wird es sicher ähnlich gehen.
Daher: Keep it simple!

Benutze Rechtschreib- und Grammatikchecker

Schreibe deine Posts nie zuerst in deutsch, sondern direkt in englisch. Somit sparst du Zeit und vor allem, und dies ist der wichtigste Punkt – manches lässt sich aus dem deutschen einfach nicht gut ins englische übersetzen. In diesen Fällen ist es einfacher gleich in englisch die Postings zu verfassen.
Wordpress bietet zwar auch Grammatik und Spell-checking an, funktioniert aber nur begrenzt. Daher ist es empfehlenswert Word oder Open Office zu nutzen, wenn du deine Texte schreibst.

Andere Länder, andere Sitten

Bloggen in englisch kann auch bedeuten, kulturelle, saisonale und gesellschaftliche Unterschiede zu beachten.
Beispiele: Du schreibst einen Modeblog und stellst Schnäppchen für den Sommersale vor, deine Leser kommen jedoch aus Australien und Neuseeland, wo es zu dieser Zeit Winter ist.
Oder du schreibst in deinem Blogpost Tipps zum Thema Führerscheinprüfung und vergisst dabei, dass das Verfahren einen Führerschein zu erlangen in den USA, oder auch UK ein völlig anderes ist.

Wenn es am Morgen plötzlich Nacht wird

Deine Leser interagieren gerne mit dir. Sei es auf deinem Blog, Twitter, Instagram, facebook, YouTube…
Wenn du in englisch bloggst und dabei noch einen gezielten Markt im Auge hast, solltest du dringend eventuelle Zeitunterschiede berücksichtigen.
Dies betrifft nicht nur das veröffentlichen der Postings, sondern auch das Timing deiner Tweets, Uploads, deiner Response…

Statistiken

Um zu wissen, wer deine Leserschaft genau ist, solltest du regelmäßig deine Statistiken analysieren. Aus welchen Ländern kommen sie vornehmlich (siehe auch vorherigen Punkt). So lässt sich beispielsweise auch herausfinden, ob britische oder amerikanische Schreibweise angebracht ist.
Und vor allem: So findest du dauerhaft auch heraus, ob es wirklich sinnvoll ist in englischer Sprache zu schreiben. Zeigt es sich nach 3-6 Monaten, dass du nur 4 Leser aus den UK hast, aber ansonsten deine Leser beispielsweise aus DACH kommen, solltest du deine Strategie vielleicht noch einmal überdenken.

Abschließende Tipps

Ich persönlich lebe in einem englischsprachigem Land und habe täglich die Möglichkeit zu kommunizieren und so mein Englisch zu verbessern. Das ist natürlich der leichteste Weg.
Doch auch folgende Tipps werden dir dauerhaft helfen dein Englisch zu verbessern:

  • Lese englische Bücher und Zeitschriften
  • Schaue Filme im Originalton (am Anfang hilft es dir den englischen Untertitel einzuschalten)
  • Folge Bloggern aus anderen Ländern in deiner Nische auf Twitter und lerne ihre Umgangssprache
  • Gehe zu Englisch-Speaker Meetups in deiner Stadt
  • Besuche im Urlaub einen Sprachkurs

 Was haltet ihr von englischen Blogpostings? Ist das etwas, das ihr selbst auch überlegt oder bereits umsetzt? Und wenn ja, wie sind eure Erfahrungen damit?

14 Comments

  • Lisa sagt:

    Danke, dass du das thematisierst, lustigerweise habe ich mir erst gestern Nacht wieder Gedanken drüber gemacht, wie ich die Zweisprachigkeit auf meinem Blog handlen soll. Ich habe sowohl englischsprachige als auch deutschsprachige Leser und ab März werde ich in den USA leben. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich zwei Blogs betreiben soll oder auf meinem bestehenden Blog beide Sprachen mischen. Hat da jemand Erfahrung und Tipps, was besser ankommt?

    • Manuel sagt:

      Hey:)
      Ich betreibe auch einen blog (deutsch und englisch)Ich persöhnlich finde es besser alle Posts auf einen Blog zu posten . Du kannst sie dann durch Labels trennen . Das sorgt für Ordnung und aus Erfahrung kann ich dir sagen dass Blogleser auf Ordnung stehen:)
      Es ist auch für dich besser da du dann nicht immer zwischen zweu blogs wechseln musst sondern alles zusammen hast:)

      Ich hoffe ich konnte helfen:)
      Für einen Linktausch stehe ich gerne zur Verfügung kontaktiert mich einfach auf meinem Blog über die neuen Top Charts der Welt http://www.chartfuture.blogspot.de/?m=1

    • Ralf Spinoza sagt:

      Diese Frage kannst Du Dir selbst beantworten. Wenn Du auf Deutsch postest erreichst Du 80 Millionen Menschen, wenn Du auf Englisch schreibst 6 Milliarden.

  • sandra sagt:

    Lisa wenn du magst, kann ich deinen Kommentar auch gerne als Frage in einem Artikel posten. Ich bin mir sicher, dass wir eine interessante Diskussion dazu bekommen. (Und du vielleicht auch eine Lösung für dein Problem)
    Würde mich sehr freuen.

  • Mia sagt:

    Meine Leser kommen nur zu 50% aus DACH, deshalb lohnt sich der Aufwand auf englisch & deutsch zu schreiben sehr. Ich würde es auch jedem empfehlen zumindest 1-2 Sätze als Zusammenfassung auf englisch zu schreiben! Aber einen zweiten extra Blog zu führen, davon würde ich abraten!
    Ich lese selber viele ausländische Blogs und es reichen wirklich 1-2 Sätze auf englisch, wenn man mehr schreiben will dann mehr :)

    • Carola sagt:

      Interesting concept – where do you post the english paragraph? At the beginning or end? Can yo post your blog URL so that we can see how it’s being done successfully?

      Cheers :-)

  • JL sagt:

    Sehr guter Post, danke für den Beitrag. Mein Blog steckt noch in den Kinderschuhen. Ich habe mir aber auch schon das Hirn zerbrochen, wie man die Deutsch-Englisch-Geschichte richtig angeht. Jetzt schau ich mir gleich mal meine Statistik an ; )

  • Stefanie sagt:

    Ich verwende das Plugin Polylang und habe mich nach dem Rat einer (nicht des Deutschen mächtigen Freundin) doch entschieden, die meisten meiner Posts auch auf Englisch zu veröffentlichen. Ich übersetze dann quasi (derzeit mit großer Verspätung) meine eigenen Artikel – interessante Aufgabe, das übt auch für das eigne Schreiben 😉 Ich weiß. dass das Übersetzen keine gute Idee ist, da sich doch die deutsche Syntax einschleicht. Da ich auf meinem Reiseblog nur über ein Land blogge, wollte ich den Blog auch für andere Menschen lesbar machen (nein, Google Translate war nie eine Alternative), die nicht unbedingt English native-speaker sind, aber Englisch verstehen. Auf jeden Fall möchte ich mich da noch weiter verbessern :)

  • Heike sagt:

    Liebe Sandra,

    ich steige mit meinem Kommentar erst spät ins Boot dazu:-)

    Aufgrund meiner Themen, die ich künftig auf meinem Blog stärker ausbauen möchte und die gerade im englischsprachigem Raum auch viel populärer sind (Scrapbooking), möchte ich gerne zunächst versuchen, englische Zusammenfassungen in einem Artikel anzubieten. Google Translate sorgt allenfalls für Unverständnis oder Lacher.

    Nun aber ein ganz anderes Thema:
    Wenn ich einen Blog zweisprachig führe, wie verhält es sich dann mit SEO? Betreibe ich das dann auch zweisprachig?

    LG Heike

    • sandra sagt:

      Seit ich den Post geschrieben hatte ging etwas Zeit ins Land. Mittlerweile schreibe ich selbst einen Blog in Englisch und sehe das Thema wieder etwas differenzierter.
      Was das Thema SEO angeht so kann ich dir das leider nicht 100% beantworten. Da spielt dann die TLD (deine Domainendung) eine Rolle, die Grundsprache deines Blogs (aller Buttons….) und die Optimierung jedes einzelnen Posts wird nicht einfach sein, da du nur etwa 160 Zeichen pro Post hast um den Inhalt für SEO zu beschreiben. Wirst du das dann in Englisch tun oder in Deutsch…
      Eine bessere Lösung, als innerhalb eines Artikels mit zwei Spracen zu arbeiten ist sicherlich das hier http://girlsguidetoblogging.de/wordpress-plugins-fuer-multilinguale-blogs/ Da du den Inhalt ja sowieso in zwei Sprachen schreiben willst, wird der Aufwand dadurch für dich ja nicht mehr sein. Und deine Leser können sich entscheiden, ob sie alles in Deustch lesen wollen oder nicht, inkl der Sprache deines Themes (Buttons…).

      LG
      Sandra

      http://girlsguidetoblogging.de/wordpress-plugins-fuer-multilinguale-blogs/

      • Patrick sagt:

        Ich würde SEO ebenfalls zweisprachig halten. Damit Artikel in Suchmaschinenergebnisse richtig präsentiert werden. Aber auch, was z.B. Bilder angeht. Etwa sollte für ein Bild eines Sees in der deutschen Version im alt-Text „See“, im Englischen aber „Lake“ auftauchen.
        Das im verlinkten Beitrag erwähnte WPML Plugin kann ich auch empfehlen. Ein paar Euro zu investieren, lohnt sich hier definitiv, auch in Sachen SEO. In Kombination mit Yoast’s SEO Plugin lassen sich damit auch Titel und Suchmaschinenbeschreibung für jede Sprachversion einzeln editieren, ohne Platzprobleme zu bekommen.

  • Patrick sagt:

    Es freut mich, zu sehen, dass ich mir über die meisten Punkte glücklicherweise schon Gedanken gemacht habe :) Aber nicht nur deswegen ist es eine interessante Auflistung.

    Wie ist denn deine Erfahrung bzw. dein Rat für soziale Netzwerke? Lohnt es sich dort, ein eigenes Konto für jede Sprache zu pflegen? Wie organisiere ich dann die Leute, denen ich selbst folge und von denen ich retweete? Verärgere ich meine internationalen Follower, wenn ich zu viel von deutschen, lokal aktiven Personen poste, das international irrelevant ist?
    Andersherum, was sagen meine deutschen Follower, wenn ich zwar meinen Blog freundlicherweise für sie auf deutsch schreibe, im social Web aber nur englisch spreche? Fühlen sie sich dann nicht übergangen?

    Das Problem betrifft vor allem Twitter, Facebook oder Google+ schränken immerhin die Zeichen nicht so sehr ein und ich könnte theoretisch zweisprachig schreiben. Außerdem bieten beide die Möglichkeit, Beiträge direkt übersetzen zu lassen, wenn auch nur per Auto-Übersetzer.

    • Sandra sagt:

      Ich kann nur von meinem privaten Twitter Account sprechen. Den habe ich komplett auf Englsich umgestellt als ich nach Australien zog. Deutsch als Sprache gemixt mit Englisch hat die meisten verwirrt und ich verlor Follower (aus dem englischsprachigen Raum). Die Deutschen kommen mit englischen Tweets klar.
      Wenn du zuviel Topics hast, die international eher irrelevant sind, kann es schon langweilig für deine Leser werden. Geh einfach nach deinem bauchgefühl, wie du in diesen Situationen denken und handeln würdest.

  • Leila sagt:

    Heyhey

    Super Beitrag, denn genau das ist auch mein Problem.
    Ich schreibe meine Posts in englisch aber überlege mir, ob ich nicht auch noch
    meine Posts ins deutsche übersetzen soll, da ich in der Schweiz wohne.
    Allerdings können mittlerweile so viele englisch, das ich gar nicht weiss ob sich der Aufwand lohnt. Mal schauen..

    Liebe Grüsse

    Leila

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