Bloggen hat mir den Weg geebnet… – Interview mit Susan Fengler von Sue Loves NYC

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Heute möchte ich dir eine kleine Erfolgsstory vorstellen. Eine Bloggerin, die durch das Bloggen ihren Weg ins Berufsleben fand und bald sogar für ein bekanntes Modemagzin als Online-Redakteurin arbeiten wird. Ich kenne Sue schon länger und bewundere, wie sie ihren Weg ging.

Du bloggst auf Sue Loves NYC. Seit wann bloggst du bereits und worum geht es thematisch in deinem Blog.

Sue Loves NYC habe ich im Herbst 2011 gegründet.
Nachdem ich schon während meines Studiums lange für Blogs wie Styleranking oder das edelight Magazin als freie Redakteurin geschrieben habe, habe ich schließlich den Schritt zum eigenen Blog gewagt.

Sue Loves NYC ist in erster Linie ein Mode-Blog. Allerdings spielen Beauty- und Lifestyle-Themen ebenfalls eine sehr große Rolle. Mein Blog verändert sich auch mit mir, beispielsweise interessiere ich mich wegen meines Umzugs zurück nach Hamburg momentan sehr für interior design und habe deshalb vor kurzem auch meine Leser an meinen Fundstücken und Inspirationen teilhaben lassen.
Wichtig sind mir immer meine Texte, es gibt ja auch Blogs, die sehr stark auf Fotos setzen. Da Schreiben aber meine Leidenschaft ist, lege ich immer viel Wert auf meine Texte, die ich zuerst auf Deutsch und dann noch einmal auf Englisch verfasse.

Du hast es mit deinem Blog geschafft, aus einem Hobby einen Beruf zu machen. Magst du uns den Weg hierhin einmal kurz skizzieren?

Mein Blog ist nicht in erster Linie mein Beruf, aber die Kontakte, die ich über die Jahre als Blogger (zuerst für externe Blogs, dann für meinen eigenen) gesammelt habe, haben mir sehr geholfen als ich mich letztes Jahr als Online-Redakteurin und Community Manager selbständig gemacht habe.
Es kommen bei meiner Selbständigkeit verschiedene Tätigkeiten zusammen. Zunächst einmal Sue Loves NYC, dann aber auch die Arbeit für Kundenblogs wie Fashion Up Your Life (Engelhorn), für die ich auch das letzte Mal auf der Fashion Week vor Ort war oder Modenews (Zalando). Dann kommen auch noch viele kleinere Projekte aus den Bereichen Social Media und Online-Redaktion dazu.

„Man muss für sich Themen definieren, für die man eine Leidenschaft hat und über die man gern regelmäßig schreiben möchte.“

Was sind die wohl wichtigsten Aspekte für dich, wenn man professionell bloggen möchte.

Zunächst einmal sollte man nicht mit dem Bloggen beginnen, um damit Geld zu verdienen. Das sehe ich als einen falschen Ansatz. So schnell wird man mit einem Blog auch nicht reich – da muss ich jedem die Illusion nehmen. Selbst bei den internationalen Top-Bloggern ging das nicht über Nacht.
In erster Linie sollte einem das Bloggen also Spaß machen. Man muss für sich Themen definieren, für die man eine Leidenschaft hat und über die man gern regelmäßig schreiben möchte. Regelmäßig ist hier ein gutes Stichwort: es reicht nicht, nur einmal alle paar Wochen zu bloggen. Da das zweisprachige Schreiben bei mir immer etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, da ich quasi jeden Text doppelt schreibe, schaffe ich auch nicht mehrere Artikel am Tag. Mehrmals in der Woche solltet ihr euren Lesern aber schon neue Inhalte anbieten.

Neben gutem Content ist eine Vernetzung in der Blogosphäre auch recht wichtig. Ich halte allerdings nichts davon, dass manche Blogger quasi auf der Jagd nach Blogger-Freunden sind, nur um sich dann zu Fotografieren und zu verlinken. Blogger Treffpunkte wie das Fashion Blogger Café auf der Fashion Week in Berlin finde ich aber super, um sich zu vernetzen.

Ganz wichtig: nutzt Social Media für euch. Erstellt eine Facebookseite und einen Twitter-Account für euren Blog, seid auf Instagram unterwegs und registriert euren Blog auf Bloglovin, damit euch die Leser leichter folgen können.

Das wichtigste beim „professionellen Bloggen“: verkauft euch nicht. Ich gehe auch gern Kooperationen mit Unternehmen ein, aber nur mit solchen, hinter denen ich wirklich stehen kann. Es werden einem täglich Angebote unterbreitet, von denen muss man auch viele ablehehnen, denn sie sollten wirklich zu euch passen. Außerdem solltet ihr eure Preise festlegen und nicht zu sehr von ihnen abweichen. Selbst wenn ihr nicht so viele Leser wie die Top-Blogs habt: die Links zu den Seiten der Kooperationspartner sind in SEO-Zeiten viel mehr Wert als ihr vielleicht glaubt. Nicht jeder Sponsored Post ist schlecht, aber er muss gekennzeichnet und versteuert werden. Seid einfach ehrlich zu euch selbst und euren Lesern gegenüber, dann könnt ihr auch tolle sponsored posts schreiben.

Welches Vorurteil ich aber auch aus dem Weg räumen möchte: auch die ganz großen Blogger schreiben nicht nur für Geld. Das ist großer Quatsch. Es geht mir bei den Preisvorstellungen nur um Sponsored Posts, die meist weniger als 10% der Blog-Inhalte ausmachen.

Sue Loves NYC basiert auf WordPress. Warum hast du dich für eine selbstgehostete Option entschieden?

Ich habe schon für edelight mit WordPress gearbeitet und mochte die Usability. Für Sue Loves NYC wollte ich wegen der Zweisprachigkeit gern eine .com Endung und habe deshalb erst einmal auf wordpress.com meinen Blog gegründet. Da es dort aber sehr strikte Regeln bezüglich der Werbung auf den Blogs gibt (nämlich keine Sponsored Posts, keine eigenen Banner etc.) habe ich mich als Sue Loves NYC größer wurde und ich Kooperationen eingehen wollte für die selbgehostete Option entschieden. Beim Blog-Umzug hat mir eine liebe Freundin geholfen. Ich glaube, du kennst sie sehr gut ;). (Anmerkung von GGtB: Was, wer? Ich?! Awww. :))))

Wie organisierst du deinen Content und den für deine Kunden. Arbeitest du mit einem Redaktionsplan oder entscheidest du spontan, welche Themen auf den Blog kommen?

Ich schreibe mir schon häufig eine Liste mit Ideen und entscheide nicht nur spontan. Mit meinen Kollegen der Kundenblogs spreche ich die Themen rechtzeitig per E-Mail ab. Einen richtigen Redaktionsplan mit Excel-Tabelle und allem drum und dran pflege ich aber nicht.

„Das Bloggen hat mir aber auf jeden Fall den Weg geebnet, sodass ich jetzt in Hamburg bei einem Modemagazin als Online-Redakteurin anfangen werde.“

Du hast mir verraten, dass bald eine berufliche Veränderung für dich ansteht. Inwiefern hat dein bisheriger Werdegang diesen Weg für dich geebnet?

Sue Loves NYC sehe ich auch wie eine Visitenkarte, die mit Arbeitsproben ausgestattet ist.
Da ich schon vor und während meines Studiums viele redaktionelle Praktika absolviert habe und „geschrieben, geschrieben, geschrieben“ habe, hat mir das nach meinem Studium bei der Suche nach Jobs sehr geholfen.

Mein erster Job als Community Manager hat mir dann noch viel über die Social Media Welt beigebracht. Ich denke das spielt alles zusammen. Das Bloggen hat mir aber auf jeden Fall den Weg geebnet, sodass ich jetzt in Hamburg bei einem Modemagazin als Online-Redakteurin arbeite. Ich konnte, obwohl ich noch nicht 15 Jahre im Berufsleben stehe, durch das Bloggen viele Arbeitsproben und Erfahrungen vorweisen. Das hat mir in der Berufswelt auf jeden Fall geholfen.

+++++

Vielen 1000 Dank, liebe Sue.

Das Interview, hat mich sehr inspiriert und über einige Punkte nochmals nachdenken lassen. Ich bin schon gespannt, auf dein Feedback liebe Leserin. Wenn du Fragen an Sue hast, poste sie gerne auch hier in die Kommentare.

 

9 Comments

  • Christina sagt:

    Was für ein inspirierender Artikel und ich erkenne mich – was die Leidenschaft für das Schreiben angeht – absolut wieder. Die Erfahrung, dass der Blog den Weg geebnet hat, teile ich und das ermutigt mich weiterzumachen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass die Entwicklung irgendwie „stagniert“.
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße
    Christina

  • Trendlovski sagt:

    Tolles Interview! Wir wünschen Dir gaaaanz viel Erfolg und freuen uns, Dich bald wieder hier in Hamburg zu haben, liebe Sue! 😉

    xO

  • Caroline sagt:

    Hallo Sandra, hallo Sue,
    wirklich ein interessantes Interview. Ich habe gerade erst mit dem Bloggen angefangen und bin für jeden Tipp und Erfahrungsbericht dankbar. Weiterhin viel Erfolg und einen guten Start in Hamburg, Sue :-)

  • Souri sagt:

    Hey Sandra, nice interview. Immer gut eine kleine Erfolgsstory zu sehen. Kurze Frage: Gibt es irgendwelche Vergleichsdaten um zu messen wie erfolgreich ein Blog ist. (Unique visitors, hits, facebook likes, pageviews …. uns so … Interessant waere zu erfahren wie sich Blogs entwickelt haben und wieviel Besucher sie ueber die Jahre bekommen haben. Jeder bekommt schoene Analytics daten … aber wie vergleicht man sich zu anderen Blogs?

  • Täbby sagt:

    Danke für deinen Kommentar!
    Verlinkt habe ich deinen Blog, weil ich durch ihn auf die Postidee gekommen bin :) Ich muss sagen, es macht sehr viel Spaß sich den ganzen Abend lang durch die Posts zu klicken und zu lesen!
    Das Interview ist echt interessant :)
    Liebe Grüße

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