Man braucht Disziplin, Ehrgeiz, einen guten Pyjama und Schokolade – Interview mit Teresa Hammerl

Es gibt diese Internetfreundschaften, die bereits seit Jahren bestehen und man hat sich vielleicht erst 1-2 Mal im wirklichen Leben getroffen. Teresa gehört zu diesen Internetmenschen, mit denen ich täglich rede, sie fast nie sehe, aber um nichts in der Welt in meinem Leben missen möchte. Über die Jahre durfte ich Teresas beruflichen Werdegang, von „Hobbybloggerin“ zur Journalistin, mitverfolgen.

Ihre Geschichte teilt sie heute mit dir und mir in diesem Interview.

teresa hammerl
Photo Credit: Anna Heuberger

Bitte erzähle uns ein klein wenig über dich

Mein Name ist Teresa Hammerl, ich bin 25, Journalistin und mache gerne Dinge im Internet, wo man mich unter @colazionearoma und auf colazionearoma.com findet.

Seit wann bloggst du bereits und worum geht es thematisch auf Colazione a Roma

Ich blogge seit 2008. Colazione a Roma schreibt übrigens so ziemlich jeder falsch, vielleicht sollte ich einmal alle Abwandlungen sammeln. Mein neustes Falschschreibelieblingsbeispiel ist ja Koalitions-Aroma, Quelle: Internet.

Auf dem Blog geht es um Mode, ein bisschen Italien, Fotografie und um all die Dinge, die mich beschäftigen, also auch viele Gefühlsdinge, die in Texte verpackt werden, um mich selbst zu entlasten. Niederschreiben hilft mir ganz oft, in vielen Lebenslagen.

Du hast etwas erreicht, wovon viele träumen und dein Hobby zum Beruf gemacht. Magst du uns den Weg hierhin einmal kurz skizzieren?

Das hat sich so ergeben, ich bin da so reingerutscht. Mein Blog habe ich gestartet, um eine Plattform zu haben, auf der ich meine Fotos und Texte veröffentlichen kann. Dann traf ich bei Veranstaltungen andere Blogger, wurde zu Events eingeladen, lernte auch Journalisten von Online- und Printmedien kennen und wurde dann schön langsam gefragt, ob ich nicht mal da und dort einen Text veröffentlichen möchte.
Das hatte dann irgendwann eine Eigendynamik und ich bemerkte, dass mir das ja Spaß macht und, dass man damit auch Geld verdienen kann. Eigentlich eine gute Kombination, also bin ich dabei geblieben und habe angefangen, da auch selbst aktiv dahinter zu sein.

Inwiefern hat dein bisheriger Werdegang diesen Weg für dich geebnet?

Leicht ist es nicht. Ich arbeite als freie Journalistin und muss schon selbst hinter all meinen Projekten stehen. Dazu gehört viel Disziplin und man muss sich ständig selbst beweisen. Das hat auch einiges mit Selbstbewusstsein zu tun, das ich mir erst aneignen musste.

Aber es ist auch toll viele Menschen kennenzulernen, wenn das so unkompliziert ist, denn im Internet gibt es keine Staatsgrenzen. Wenn mich dann jemand, den ich eigentlich gar nicht kenne, in Hamburg auf einen Tweet anspricht, dann ist das schon cool.

„Die Branche ist keine einfache, oft muss man sich unter vielen Männern behaupten, Ellbogen entwickeln, um nicht mit der Kaffeeträgerin verwechselt zu werden.“

Der Blick in den Spiegel: Was sind die Erfahrungen die gemacht hast, wenn man bloggen/schreiben nicht nur als ein Hobby betreiben will, sondern es auch beruflich nutzen oder gar eine Karriere als Problogger/Journalist in Betracht ziehen möchte?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man dazu vor allem folgendes braucht: Disziplin, Ehrgeiz, Selbstzweifel in Maßen, einen guten Pyjama, Schokolade, eine Kaffeemaschine, jemanden zum Flauschen und Menschen, die Facebookstickeraufnahmebereitschaft haben.

Gibt es Schwächen, die dir manchmal beruflich im Weg stehen und wie gehst du damit um?

Ja, Unsicherheit und ganz, ganz viele Ängste. Wie ich damit am besten umgehen soll, versuche ich auch selbst noch herauszufinden. Wichtig ist aber, dass man einfach nicht aufgibt und sich Zeit nimmt, um herauszufinden, welcher Weg für einen selbst der Richtige ist. Nicht irgendwo hindrängen lassen, wo man sich nicht wohlfühlt, das klappt nur für einen begrenzten Zeitraum, danach wird es unschön.

Colazione a Roma ist als Subdomain eines anderen Blogs angelegt. Wie kam es dazu und weswegen hast du dich für diesen doch recht ungewöhnlichen Weg entschieden?

Die einfache Antwort: Faulheit. Das andere Blog war da, ich konnte eine Subdomain anlegen und schon ist es passiert. Vielleicht ziehe ich ja demnächst mal um, wenn es nicht wieder an der Faulheit scheitert. Mittlerweile finde ich es aber auch recht witzig, wie sehr alle davon verwirrt sind, dass ich eine Subdomain habe. Ich glaube, dass das in Wahrheit keiner so wirklich versteht, es aber viele nicht zugeben und so tun, als wäre es ganz normal. Marketingtechnisch ist das ja die Hölle, das gebe ich zu.

Wie organisierst du deinen Content und den für deine Kunden. Arbeitest du mit einem Redaktionsplan oder entscheidest du spontan, welche Themen auf den Blog kommen?

Weil ich ja immer gerne Chaosteresa bin, leiste ich mir diesen Luxus nur für mein eigenes Blog. Bei Kunden habe ich immer einen Redaktionsplan, so kann man viel besser planen, absprechen und man vermeidet Missverständnisse. Generell sind ja Missverständnisse immer ein ganz großes Thema. Deshalb immer alles schriftlich absichern, habe ich gelernt.

Dein ultimatives Tool/Plugin/Gadget/…/ ohne das du nicht mehr bloggen möchtest?

Mein iPad, welches ich von Mama und meinen Großeltern bekommen habe, und eine Tastatur dazu, welche mir mein Freund geschenkt hat. Ich glaube daran, dass man beim Arbeiten viele positive Gedanken und die guten Menschen bei sich haben sollte. Deshalb schreibe ich damit besonders gerne, weil ich dann das Gefühl habe, dass sie in meiner Nähe sind.

Das erinnert mich aber auch immer daran, dass es manchmal schon sehr anstrengend ist, ein besonders emotionaler Mensch zu sein, es schreibt sich dann zwar leichter, weil man besser ausschmücken kann, aber man ist auch leichter traurig und damit gefährdet eine Schreibblockade zu haben. Aber irgendwas ist ja immer.

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Vielen 1000 Dank, liebe Teresa.

Wenn du Fragen an Teresa hast, poste sie gerne auch hier in die Kommentare. Ich bin schon gespannt auf dein Feedback für sie.
Noch mehr über Teresa erfährst du auf Twitter, Pinterest, Instagram und Facebook

 

4 Comments

  • Stefanie sagt:

    Schönes Interview! Genau das, was ich heute morgen brauchte, nachdem mein Blog gestern nach einer DDoS-Attacke 7 Stunden unerreichbar war und ich sehr nervös. Manchmal frage ich mich, ob der Zug abgefahren ist, wenn man erst(!) 2013 angefangen hat zu bloggen (ich zähle meine drei posts von 2007 nicht mit!), weil es einfach soooo viele Blogs gibt.

    • sandra sagt:

      Hallo Stefanie.
      Horror! Aber nun scheint ja wieder alles gefixt zu sein.
      Ich höre das in letzter zeit so oft, dass Blogger meinen, es sei vielleicht schon zu spät ein neues blog zu starten in der heutigen Zeit. Aber dieser Auffasssung bin ich überhaupt nicht. Sicher, es hat seine Vorteile, wenn man bereits vor einigen Jahren anfing zu bloggen, aber das bedeutet nicht, dass du deswegen nun Nachteile hast. Wer guten Content liefert, schöne Bilder hat, gut in der Bloggerwelt netzwerkt und ansonsten auch einigermaßen sympatisch rüberkommt, der schafft dies ebenso, wie die altbekannten Blogger. Und bei denen ging dies auch nicht von heute auf morgen. Und du darfst auch dabei nicht vergessen, heute helfen uns soziale Netzwerke ungemein beim netzwerken und promoten unserer Blogs. Als ich 2004/5 begann zu bloggen, war das noch eine ganz andere Geschichte. Da musste man sich wirklich auf die Suche machen nach guten Blogs. Heute ist das einfacher und dir stehen wesentlich mehr Mittel und Erfahrungswerte zur Verfügung.
      Nicht verzagen. Schau mal, ich habe GGtB im Februar auf dieser Domain hier und diesem Backend gestartet und wir haben bereits über 500 Fans auf Fb (ohne Werbung), die Seite ist relativ gut bei Google indexiert und liefert eine Menge Suchmaschinen Traffic und die konstante Leserschaft wird immer mehr! Somit gehen meine Visits auch steil nach oben. Und ich blogge hier nicht einmal so regelmäßig, wie ich es gerne würde.
      Nicht verzagen. Beim Bloggen zahlt sich guter Content und Ausdauer aus!
      Ok die Antwort war nun etwas länger, aber ich hoffe sie gibt dir wieder etwas Mut.

      LG
      Sandra

  • Stefanie sagt:

    Hej Sandra! Vielen Dank für die aufmunternden Worte! Solange bei mir die Ideen sprudeln und es voran geht, bin ich eigentlich guter Stimmung :) Irgendwie gefällt mir auch die Herausforderung. Aber irgendwas ist eben immer.
    LG, nach Down under! Stefanie

  • Tanja sagt:

    Hallo Sandra,
    ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und ich bin total begeistert.
    Super toll und wirklich helfende Inhalte.
    Genau das was ich gesucht habe.
    Denn ich mache mir zur Zeit extrem viele Gedanken darüber, wie ich meinen Blog nach vorne bringen kann.
    Also vielen lieben Dank für deine tollen Tipps und Beiträge!
    LG Tanja

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