Sind Blogparaden noch zeitgemäß?

Neulich chattete ich mit Katja von Businessforpussies.com auf Facebook, als sie mir eine interessante Frage stellte:

QundA-Blogparade

Sind Blogparade noch immer zeitgemäß?

Als ich 2005 mit dem bloggen begann, waren sogenannte „Stöckchen“ ein beliebtes Mittel, um mehr über seine Mit-Blogger zu erfahren, neue Blogs zu entdecken und Lieblingsblogs miteinander zu vernetzen.
Das Prinzip war einfach: Eine Frage, eine Aufgabe, oder gleich eine ganze Fragenliste wurde erstellt und man „taggte“ <man setze hier eine beliebige Zahl ein> Blogger, welche die Frage aufgreifen, beantworten und selbst wiederum <man setze hier eine beliebige Zahl ein> Blogger taggen, usw…
Ein sehr einfaches „Spiel“, das sich jedes Mal aufs neue wie ein kleines Lauffeuer verbreitete. Besonders persönliche Blogs und Foodblogs sah ich zu jener Zeit daran teilnehmen.

Etwa 1 Jahr später glaube ich, 2006, lief mir zum ersten mal eine Blogparade über den Weg.

Anders als bei den Stöckchen ist bei einer Blogparade ein Blog zentraler Angelpunkt der Aktion und gibt ein bestimmtes Thema oder eine Aufgabe vor. Teilnehmende Blogs nehmen sich dem Thema oder der Aufgabe an, verfassen hierzu einen Artikel, posten diesen auf ihrem eigenen Blog und verlinken zum Ankerblog, so dass dieser alle „eingereichten“ Artikel in einem Sammelpost vorstellen kann.

Es gibt verschiedene Arten von Blogparaden. Hier einige Beispiele:

Vorteile einer Blogparade:

  • Vielfalt: Durch eine Blogparade können unterschiedliche Beiträge, Sichtweisen, Anmerkungen, aber auch Fragen und Anregungen, zu einem Thema zusammengetragen werden.
  • Diskussion: Oftmals entsteht im Anschluss an die Blogparade ein reger Austausch. Einzelne Artikel und Sichtweisen werden nochmals aufgegriffen und diskutiert.
  • Reichweite: In der Regel linkt man immer zurück auf den Ankerblog und dieser verlinkt in seinem abschließenden Sammelpost nochmals auf alle eingereichten Artikel. So lernt man schnell neue Blogs kennen und alle teilnehmenden Blogs profitieren (nicht selten) von einer Bekanntheitssteigerung.
  • Links: Backlinks meine Liebe, sind wertvoll!
  • Neue Kontakte: Ähnlich wie bei einem Bloggertreffen, kann man auch eine Blogparade nutzen um zu netzwerken. Fast jeder Blogger hat mittlerweile einen Twitter / Instagram / Facebook Account. Warum also nicht diejenigen adden, die du besonders spannend findest und vergrößerst dadurch deine Community.
  • Lerneffekt: Nicht selten geben Themen einer Blogparade sogar soviel her, dass du selbst noch etwas hinzulernst. Nicht nur weil du selbst einen Artikel für die Blogparade verfasst, über deine Sichtweise nachdenken musst, du musst auch kreativ werden und deinen Standpunkt deutlich beschreiben. Die eingereichten Artikel deiner Blogmitstreiter eröffnen dir vielleicht neue Sichtweisen. Dinge die du noch nicht kanntest, Ideen, auf die du selbst nicht gekommen wärst… Der Lerneffekt ist vorprogrammiert.

Dies sind nur einige Vorteile einer Blogparade.

Wie steht die Blogosphäre heute zu Blogparaden?

Ich weiss nicht mehr genau wann es passierte, aber ich verlor irgendwann die Lust auf Blogparaden. Warum? Schwer zu sagen. Doch meine heimliche Vermutung, was die Gründe angeht, ist eine andere….

Blogparaden waren DAS To-Do unter Blogs und man sah sie überall. Man wurde praktisch wöchentlich mit einer neuen Parade „konfrontiert“ und das unabhängig von der Nische der Blogs.
Ich persönlich war dessen aber so überdrüssig, dass ich sie regelrecht ausblendete…. Über jahre hinweg.
Und ich stand damit auch nicht alleine da wie ich vermute, denn heute sind Blogparaden nicht mehr so extrem stark unter Bloggern vertreten, wie sie es einmal waren. Aus diesem Grund musste ich wohl auch lachen, als Katja mich im facebook Chat nach Blogparaden fragte.

Blogparaden sind noch immer im Netz aktiv und wie ich finde, sehr wertvoll für alle teilnehmenden Blogs und deren Leser. Und nachdem ich diesen Post verfasste und ein wenig darüber nachdachte, kam ich letztlich zur Überzeugung, dass wir sie wieder stärker aufleben lassen sollten! Jawohl!

Sie helfen uns, uns stärker miteinander zu vernetzen, zu kooperieren und was viel wichtiger ist, sie machen tatsächlich auch Spaß und bieten nicht selten auch Hilfe zur Selbsthilfe. Schließlich setzen wir uns mit Themen auseinander, denken darüber nach, finden Lösungen. Und das ist im Prinzip auch das was GGtB dir mit jedem einzelnen Post mit auf den Weg geben will.

Wie stehst du zu dem Thema und wann hast du zuletzt an einer Blogparade teilgenommen? Ich bin auf dein Feedback gespannt!

12 Comments

  • Nina sagt:

    Schöne Übersicht zu dem Thema. Die Frage, die sich mir allerdings bei Blogparaden meistens stellt: Was bringen sie dem leser? Mir kommt es eher so vor als würde hier nur für andere Blogger geschrieben und nicht für die Leute die selbst nicht bloggen, die ja eigentlich einen Großteil der Leserschaft ausmachen sollten, oder? Klar, ist das ne tolle Sache für die „Community“ aber ich finde Blogger sollten sich generell mal aus dieser Blase herausbewegen nd nicht zu viel schauen was die anderen machen. Was meinst du dazu? Vermutlich nochmal einen anderen Artikel wert 😉

    • sandra sagt:

      Hallo Nina.
      Berechtigte Frage und ich denke, dies ist vorallem auch von der Art und dem Thema der Blogparade abhängig. Doch wenn das Thema zum eigenen Blog passt, profitieren deine eigenen Leser von deinem Post. Denn für sie ist es ein weiterer Post von dir zu einem Thema, das deine Leser lieben. Zusätzlich können sie über die Blogparade noch weitere Blogs aus diesen Themenbereichen kennenlernen.

      Aber das war mit ein Grund, was mich nach einer Weile so nervte. Zu viele Blogs nahmen an zu vielen Blogparaden teil, deren Thema nicht zum Thema ihres Blogs passte. (Das wäre wie wenn ich mit GGtB an einer Blogparade zum Thema „Vegane Kosmetik, ja oder nein?“ teilnehmen würde.)

      Doch wenn das Thema passt, kann man wunderbar auch eine Themenwoche auf dem Blog daraus machen. Und ich persönlich mochte und mag es auch ganz gerne, wenn ich selbst die besten Artikel nochmals vom Ankerblog „fische“ und bei mir in einem Post für meine Leser aufbereite (mit den entsprechenden links natürlich).

  • Jasmin sagt:

    Was das ganze dem Leser bringt? Kommt drauf an.
    Macht man es nur für Backlinks oder für ein tolles Thema? Unsere letzte große Blogparade war einfach interessant für unsere Leser, Leser der anderen Blogger und die Bloggemeinschaft an sich.

    Den ersten Post und die Anfänge reflektieren – das ist Bloggen und lustig zu gleich.
    http://www.teaandtwigs.de/retro-blogging-erste-outfits/

    • sandra sagt:

      Stimmt, eure hätte ich fast vergessen. Sie war sehr unterhaltsam und wenn ich mich richtig erinnere, hatten alle eine Menge Spaß und einige eurer Leser setzten eure Blogparade sogar in ähnlichen Formaten auf ihren eigenen Blogs fort.

  • Fabelhaft, dass du meine Frage so schnell in deinem Blog thematisiert hast! Interessant. Was soll das nächste Blogparadenthema werden? :)

    P.S. Vielleicht müssen wir die Sache auch umbenennen. Blogparadae klingt irgendwie so … I don’t know, langweilig?

    • sandra sagt:

      Das Wort an sich ist ein wenig angestaubt, das finde ich auch. Aber man darf nicht vergessen, dass es sehr etabliert ist und Blogger sofort wissen, worum es geht.
      Man kann ja eine Blogparade starten, ohne den Begriff an sich zu nennen. Das hatte ich damals bei Stilzeug (siehe Link oben) so getan.

  • neontrauma sagt:

    Mag sein, dass das nur an meiner subjektiven Wahrnehmung liegt, aber ich habe das Gefühl, dass es um die Blogparaden nach der ersten großen Welle erstmal ziemlich ruhig geworden ist und erst in den letzten Monaten wieder mehr Paraden kursieren. Ich finde es meistens ganz interessant zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Leute mit den Themen umgehen, und je nach Thema sind solche Paraden auch ein ganz guter Weg, um einen Blogger näher kennenzulernen.
    Zählen solche Projekte wie „Things about your Life“ und Konsorten, wo man jeden Monat eine neue Fragestellung bekommt, eigentlich auch noch zu den Blogparaden?

  • Blogparaden werfen Fragen auf, die mir Anregung bieten für einen neuen Beitrag für meinen Blog. Wenn das Thema zum Blog paßt, mich interessiert und ich dazu was zu sagen habe, ist das ein Anstoß was zu schreiben. Klar, ich hätte vielleicht sowieso irgendwann über das Thema geschrieben, doch ist es auch recht praktisch durch die Blogparade eine Deadline zu haben.

  • SabinaSabina sagt:

    Hallo Sandra, ich blogge seit 2007 und habe gerade heute (aufregend:)) meine erste Blogparade gestartet. Warum? Erstens hat es viel Spaß gemacht, mir ein Thema auszudenken (Nach welchen Farben stellt ihr eure Gaderobe zusammen?) Und davon bin ich auch selbst durch eine andere Blogparade gekommen von einem Kontakt. Damit hat die BP für mich alles erfüllt: Spaß, Interesse und Blog vernetzen. LG, SabinaSabina von Style Blog: So Nur In Frankfurt

  • Kat sagt:

    Ich habe mit ein paar anderen Mommybloggern auch grade eine Blogparade gemacht, das Thema war „Wie ist es sehr schnell ein weiteres Kind (oder in meinem Fall Kinder) zu bekommen?“ Wie wirkt sich das ganze auf die Familie und das Umfeld aus, was bekommt man für Reaktionen und steht man bald vor dem Burn Out?
    Meinen Beitrag dazu findest du hier:
    http://bit.ly/15uwb0F

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *