Sponsored Posts ohne Kennzeichnung – Oder wie kommt doch noch ein Deal zustande

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Nicht nur in meinem Posteingang landen fast täglich Anfragen zu redaktionell gestalteten Werbeanzeigen ohne Kennzeichnung für meinen Blog, sondern wie ich weiss, sehe und auch höre, auch oft genug bei dir selbst.

Früher war alles anders

Früher (ich rede hier von 2006-2008) war es recht einfach. Ein Unternehmen, oder Agentur kam auf Blogger zu mit einer Anfrage, zu einem Sponsored Post oder einem Advertorial. Stimmte der Preis und passte es auch inhaltlich, so nahm man das Angebot an (hin und wieder wurde auch erst noch ein wenig am Preis gefeilscht) und wenige Tage später, war der Artikel, das Gewinnspiel, etc…, vom Blogger selbst verfasst und auf die Leserschaft zugeschnitten, auf dem Blog zu sehen.

Über Kennzeichnungspflicht machte man sich da noch wenig Gedanken. Manchmal wurde ganz offen im Post über das Sponsoring gesprochen, manchmal auch nicht. Damals stand eher die Frage im Raum: „Ist es für Blogger denn überhaupt ok mit dem Blog Geld zu verdienen?“

Doch mit der Zeit lernte Google natürlichen Content mehr und mehr zu schätzen. Leser lernten dazu und forderten zurecht Transparenz und Ehrlichkeit von Bloggern und das deutsche Recht erkannte ebenfalls (zumindest in Teilen) wie das Internet, respektive Werbung auf Blogs funktioniert.

„Verbot von Schleichwerbung – Sobald auch nur die Gefahr besteht, ein Blogger könnte durch wirtschaftliche Vorteile beeinflusst worden sein, muss er diese Vorteile offen legen.“

Blogger aufgepasst

Obwohl so manches Unternehmen und so manche Agentur uns Bloggern einreden will, dass gekaufte Artikel (denn nichts anderes sind Gastbeiträge und Sponsored Posts für die gezahlt wird) im rechtlich grauen Bereich liegen, so sehr sollten wir darauf hinweisen, dass dem eben nicht so ist.

Im Grunde sind diese Agenturen und Unternehmen auch nicht am Bekanntheitsgrad deines Blogs interessiert, sondern sie wollen deine Linkstärke zur Stärkung ihrer SEO Aktivität. Das einzige was zählt, ist ein Link von deinem Blog zu Ihrer Website.

Zahlreiche Juristen und Websites haben über die Bestimmungen zur Kennzeichnungspflicht bei redaktionell gestalteten Werbeanzeigen bereits ausführlich informiert:

Wie kannst du dennoch Geld verdienen, wenn ein Unternehmen einen nicht gekennzeichneten redaktionellen Werbepost anfragt:

Wie bereits erwähnt, Anfragen zu Posts ohne Kennzeichnung zu veröffentlichen kommen zahlreich. Im Grunde ein unerschöpftes Potential an möglichen Werbeeinnahmen. Wieso? Nur weil ich keine kennzeichnungsfreien Werbeposts veröffentliche, biete ich jedoch mit meinen Blogs eine Vielzahl anderer Werbemöglichkeiten an. Diese gilt es zu promoten.

Aus diesem Grund habe ich mir bereits vor einiger Zeit überlegt, was ich solchen Unternehmen anbieten kann, außer einer reinen Absage.
In diesem Kontext entstand mein folgendes E-Mail Template, das ich heute mit dir teilen möchte:

Sehr geehrte(r)

Vielen Dank für Ihre Anfrage und Interesse an (hier kommt deine URL rein).
Generell sind redaktionelle gestaltete Werbeanzeigen und Bannerplatzierung auf (hier kommt der Name deines Blogs rein) möglich. Wir bieten hierzu eine Vielzahl an Möglichkeiten an.
Nach Prüfung des von Ihnen angefragten Advertorials, muss ich das Angebot, mit den von Ihnen vorgeschlagenen Konditionen, jedoch leider ablehnen.

-> das kommt meist, wenn der Inhalt so gar nicht zu mir passt:

Ich verstehe, dass die Zielgruppe von (hier kommt der Name deines Blogs rein) durchaus interessant für Ihren Kunden/ für Ihr Unternehmen ist, jedoch sehe ich leider keinen Zusammenhang zwischen xyxyx und dem Content auf (hier kommt dein Blog rein). Sie werden verstehen, dass wir hier ausschließlich Content featuren, der zu unseren Lesern passt und Ihnen auch einen Mehrwert bietet.

–> Bei Linkanfrage ohne Kennzeichnung
(Hier kommt der Name deines Blogs rein) erlaubt keine redaktionell gestaltenten Werbepostings ohne Kennzeichnung, demnach werden Advertorials, Gastartikel und Sponsored Posts auch deutlich für Leser als solche gekennzeichnet.

Sollte ein gekennzeichnetes Advertorial nicht das sein, wonach sie suchen, kann ich Ihnen gerne auch für hier kommt der Name deines Blogs rein)  eine Bannerplatzierung innerhalb der Sidebar anbieten. Hier stehen Ihnen verschiedene Formate und Laufzeiten zur Verfügung.

Klingt das für Sie interessant? Dann senden wir Ihnen auf Anfrage gerne weitere Informationen sowie unsere aktuelle Preisliste und MediaKit zu.

Ich freue mich auf Ihr Feedback.

In 85-90 Prozent höre ich nie wieder etwas von den Unternehmen / Agenturen, doch in 10 – 15 Prozent kommt man auf mich zu und fragt tatsächlich Alternativen an.

Es ist immer einen Versuch wert. Warum also es nicht einfach versuchen, wenn man schon mal den Kontakt hat?!
Doch denkt daran: verkauft euch nicht unter Wert!

 

* und ja, so sieht das Geld hier in Australien aus :)

11 Comments

  • shelynx sagt:

    Danke für den Artikel, die Transparenz und die Unterstützung. Ich finde das Thema nicht einfach, zumal es relativ wenig Austausch gibt, es keine sehr klare „Lobby“ gibt oder Richtlinien innerhalb der eigentlichen Bloggergemeinde und viele Regeln und Kontext eher an der gelebten Realität als an den eigentlichen rechtlichen Voraussetzungen messen… Da ich auch großen Wert darauf lege, alles „angemessen“ zu machen, musste ich viele Angebote ablehnen, die ich später andernorts veröffentlicht sah und mich oft gefragt habe, ob ich es zu eng gestalte… Deine Beispielantwort zu sehen, finde ich sehr hilfreich. EBENSO wie die Tatsache, dass es hoffentlich mehr Bloggende lesen werden und sich daran orientieren könnten, denn letztlich schaffen WIR ja auch die Realität mit…

    Herzlichen Dank.

  • Birgit sagt:

    Hallo Sandra,
    vielen Dank für den tollen Artikel. Es ist angebracht, dass der Blogger authentisch bleibt, schliesslich steckt eine Menge Arbeit, Fleiss und Disziplin drin. Und dies gibt es nicht umsonst! Liebe Grüße Birgit

  • Stefanie sagt:

    Ich habe solche Anfragen nicht täglich, hatte aber gerade eine Welle, die mich kurz ins Grübeln gebracht hat. Natürlich ist mein Standpunkt klar :) An Deinem Beitrag finde ich toll, dass er mir Möglichkeiten aufzeigt, wie ich das für mich kreativ und offen lösen kann. Ein Schritt in die Richtung, wie gehe ich generell mit kommerziellen Anfragen um, und Ideen zu entwicklen, die zum eigenen Blog passen. Grazie mille, cara.

  • Nicole sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel mit einem sehr guten Lösungsvorschlag für das „Problem“. Manchmal kommt man einfach selber nicht auf solche Ideen, erst recht nicht, wenn der Blog eigentlich nur Hobby ist. Ich denke, der Artikel hilft vielen, nun etwas offener auf die Unternehmen zuzugehen, wenn wieder die altbekannte Post ins E-Mail-Fach flattert.

  • Laura sagt:

    Hallo :)
    Gerade heute hatte ich eine solche Anfrage und bin darüber auf diesen Artikel gekommen. Satte 100€ wurden mir angeboten, das ist es mir aber dann doch nicht wert, meine Leser darüber im Dunkeln zu lassen.

    Jeder Blogger bestimmt seinen Wert selbst…und damit auch den, den er für seine Leser hat.
    Die meisten Besucher sind schließlich nicht dumm und merken, wenn ein Bericht gekauft wurde. Ehrlichkeit finde ich dort am wichtigsten ,auch wenn vielleicht für den einen oder anderen das große Geld locken mag.

  • Nadja sagt:

    Ein sehr schwieriges Thema – gerade für einen Neuling wie mich. Ich bekomme keinen Cent für meine Reisebericht, aber Einladungen/Kooperationen, wie z.B. Hoteleinladungen. Die kennzeichne ich dann mit sponsored post. die anreise bezahle ich bisher auch immer selbst. bei gewinnspielen mache ich das auch mit sponsored post. Meint ihr, das ist alles richtig so?Ach, echt kompliziert…

    • Sandra sagt:

      Bei meinem Foodblog ist das ähnlich wie bei dir Nadja. Ich schreibe immer einen Disclaimer rein, dass ich zum essen eingeladen wurde aber die Review meine Meinung wiederspiegelt.

  • Susi sagt:

    Sehr cooler Brief – aber du hast nen Tippfehler:
    für Leser als soclhe gekennzeichnet

    Aber cool zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die das Wort immer falsch schreibt ;o)

    Auf die Idee, über Alternativen nachzudenken ist ein guter Tipp – auf den man von selbst wohl eher nicht kommt. Von daher: Danke!

  • Tami sagt:

    Vielen Dank für den hilfreichen Artikel! Mich würde jedoch noch besonders interessieren, welche Preise für sponsored Posts, Artikelverlinkungen, Bannerwerbung, etc. angesetzt werden sollten. Klar dass sich das nach Leserzahl richtet, aber einen Anhaltspunkt muss es doch geben, oder?

    Viele Grüße

  • Vielen Dank für diesen wertvollen Artikel!
    Ich habe schon öfter darüber nachgedacht wie ich mit dem Thema Sponsored Post umgehen soll. Dein Lösungsvorschlag ist wirklich Gold wert! Ich persönlich finde das Sponsored Posts ein wirklich schwieriges Thema sind, da meist nicht nur ein Produkt, sondern Geld gegen einen Artikel angeboten wird. Ich selbst wurde öfter schon von Agenturen angeschnauzt als ich abgelehnt habe, mit der Begründung, dass solche Beiträge gekennzeichnet werden müssen. Viele Agenturen halten einige Blogger wirklich für blöd und für einen schnellen link. Da muss man wirklich aufpassen.
    Liebe Grüße
    Mina von Mitternachtseule

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