Warum machst du es dir so schwer? – 3 Fehler die Blogger zu Beginn machen

Selbstmanagement als Blogger

„Hast du das auch so gemacht?“ oder „Wie machen andere Blogger das?“

Ich bin mir sicher, diese beiden Sätze hast du als Blogger schon tausend Mal gehört, oder sie selbst anderen Bloggern gestellt. Gerade auf Konferenzen und BlogCamps, wo es sich prima austauschen lässt, werden diese Fragen gerne untereinander, oder auch mit den Speakern diskutiert.

Meiner Erfahrung nach, lernen viele Blogger das nötige Know-How und die entsprechenden Kniffe und Tools auf dem harten Weg kennen.

Nur was man durch Erfahrung lernt, ist auch gut und wertvoll, nicht wahr? Falsch!

Du musst nicht die gleichen (schweren) Wege gehen und die selben Fehler machen, wie tausende anderer Blogger (und auch ich selbst) vor dir. Sei effektiv und lerne von uns Bloggern, „die den harten Weg gingen“.

Diese 3 Blogger Learnings habe ich für mich gezogen:

# Viel zu persönlich

Lange Jahre bloggte ich unter einem Pseudonym, aus Angst entdeckt zu werden. Aus Angst, jemand könnte sich über das lustig machen, was ich online stelle. Was habe ich mir einen Stress gemacht anonym zu bleiben.

Was soll ich sagen, irgendwann ich zu der Erkenntnis, dass sich Leser auch darüber lustig machen können, selbst wenn sie nicht wissen wer hinter dem Blog steht. Außerdem war ich stolz auf das was ich tat. Warum soll ich dann nicht auch sagen, wer ich bin!?

Ja, du machst dich (theoretisch) angreifbarer, ABER und das darfst du nicht vergessen, deine Leser haben die Chance ein Gesicht mit dem Blog zu verbinden. Sie suchen nach Gemeinsamkeiten und darüber bauen sie eine (langfristige) Verbindung zu dir und deinem Blog auf. So entstehen nicht nur langfristige Leser, sondern auch Freundschaften.

Denkansatz: Sei stolz auf was du tust und verstecke dich nicht. Ja, es gehört ein ganzes Stück Mut dazu, aber glaube mir, das ist es wert.

# DIY bis zur Erschöpfung

Es kann durchaus ein paar Euro kosten einen Blog zu betreiben (Hosting, Design anpassen, technische Anpassungen im Backend, Newsletter Service, Premium Dienste…).
Gerade zu Beginn sparen sich die meisten Blogger diese Kosten, was auch verständlich ist und versuchen ALLES in Eigenregie zu meistern.

Doch gerade zu Beginn ist es sinnvoll sich zumindest über die Blogging Plattform Gedanken zu machen.

Ein späterer Umzug von Blogspot oder Tumblr, zu WordPress ist zwar kein Hexenwerk, allerdings ist es nicht ganz einfach auch die Suchmaschinen über dein neues zu Hause zu informieren. Ein nicht zu kleiner Faktor, den es zu bedenken gibt.

Schauen wir der Tatsache einmal ins Auge, du wirst nicht immer alles alleine machen können. Irgendwann wird dein Free Design auch nicht mehr deinen Ansprüchen genügen.

Wenn du erfolgreiche Blogger fragst, was für sie einer der Wendepunkte vom kleinen Blog zum „Pro-Blog“ war, dann werden dir sicher einige berichten, dass es damit begann, wie sie in sich und ihren Blog investierten (sei es durch Coaching, eLearning, Software, technische Assistenz…)

Der Versuch alles alleine umzusetzen und zu lernen, kostet nicht nur eine Menge Zeit, sondern ist auch aus geschäftlicher Perspektive nicht effizient. Es gibt nicht ohne Grund „Spezialisten“ die für etwas, wofür du 10 Tage brauchen würdest, nur eine Stunde brauchen. Deine dadurch gesparte Zeit, kannst du wesentlich effektiver für deinen Blog investieren.

Denkansatz: Auch wenn du sagst, dein Blog sei „nur dein Hobby“, denke daran, wie viel du für deine anderen Hobbies gewillt bist zu investieren, um weiterzukommen oder dich zu verbessern…
Konzentriere dich auf das was du gut kannst und auf die Erstellung deines wunderbaren Contents, denn deswegen kommen deine Leser auf deinen Blog.

# Du kannst es nicht allen recht machen

Wäre es nicht schlichtweg langweilig, wenn du nur noch Content produzieren würdest, der niemandem auf die Füße tritt? Bloß keine Seite einnehmen. Ja nicht die eigene Meinung preisgeben… Es wäre sozusagen die „Weichspüler Popmusik“ unter den Blogartikel.

Würdest du selbst solchen Content dauerhaft lesen wollen?

Die besten und interessantesten (und häufig auch viralsten) Blogartikel sind doch die, in denen Blogger ihre Meinung / Erfahrungen / Erkenntnisse zu einem Thema niederschreiben. Solche Artikel polarisieren und es wird definitiv Leser geben, die mit der Meinung des Bloggers nicht übereinstimmen, andere Erfahrungen gemacht haben, etc… Aber sind wir mal ehrlich, dieser Austausch macht doch gerade den Artikel so interessant.

Wenn dein Blog dich und deine Interessen widerspiegelt, dann wird es nicht ausbleiben, dass auch mal kritischere Kommentare kommen, die zur Diskussion anregen. Das gehört dazu und du solltest deswegen auch nicht deinen Content anders gestalten.

Denkansatz:  Du wirst es nie allen recht machen können. Das ist einfach so. Punkt!
Das Gute daran: du musst es auch nicht. Wichtig ist, dass du dir selbst und deinem Blog treu bleibst, dann bleiben dir auch deine Leser treu.

Welche Learnings hast du für dich gezogen und was musstest du auf dem harten Weg lernen?! Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

16 Comments

  • hopefray sagt:

    Danke Sandra! Gerade im zweiten Punkt habe ich mich auch stark erkannt. Was haben mich die Basteleien schon Nerven gekostet. Ich will gar nicht daran denken!
    Alles Liebe

  • Besonders Deinen Punkt 3 kann ich nur unterstreichen!

  • Helena sagt:

    Die eigene Meinung im Internet preisgeben ist für manche Leute ja an der Tagesordnung, wenn man sich manche Facebook-Diskussionen anschaut. Ich persönlich habe auch eine Weile gebraucht, bis ich mich mal an kritischere Artikel im Netz gewagt habe, doch es hat sich gelohnt – auch wenn die Diskussionen gerne ausführlicher hätten ausfallen dürfen 😉 Aber es gab Reaktionen, und das hat mich schon sehr erfreut.

  • Kathi sagt:

    Danke für deine Einblicke, ich habe mich gleich wiedererkannt. Ich bin gerade noch dabei auch mal öfters mein Gesicht hinzuhalten, zu zeigen wer ich bin. Immer hat man doch Angst zu viel zu zeigen, zu persönlich zu werden im Web, auf das doch alle Zugriff haben und sich plötzlich jemand meldet, von dem man das gar nicht will. Stalker, um mal ein krasses Beispiel zu nehmen. Aber ich weiß auch, dass ich die meisten Blogs gerne lese, weil ich die Bloggerin sympathisch finde, was natürlich komplett weg fällt, wenn man sich nicht zeigt und nichts aus dem Privatleben verrät. Ich versuche also gerade einen Weg zu finden, der für mich funktioniert.
    Und ich bin nicht mehr mit meinem Design zufrieden, das Basteln, da hast du absolut Recht, ist mehr als anstrengend! Früher oder später muss ich mir unbedingt einen Profi suchen, der mir alles nach meinen Wünschen eingerichtet!

    Liebe Grüße
    Kathi
    von The constant efforts

  • Patricia sagt:

    Mein ganz persönlicher Fehler: Ich hab einen eher ungünstigen Namen für mein Blog gewählt. Lifestyle Bunny – da denken einige an Pornografie oder Belgleitservice – nicht an eine soziokulturelle Auseinandersetzung mit dem Thema Mode und Lifestylekultur.

    Mein Tipp an alle Anfänger: Investiert ein paar Minuten in die Namenswahl. Fragt andere, wie der Name auf sie wirkt und lasst es ein paar Tage sacken, bevor Ihr Eure Url anmeldet.

  • Caroline sagt:

    Sehr guter Beitrag! Vorallem über den ersten und letzten Punkt habe ich mir selber schon viele Gedanken gemacht, allerdings ist das schon eine Weile her und mittlerweile bin ich auch an dem Punkt, an dem ich schreibe, was ich möchte/denke etc.
    Beim zweiten Punkt bin ich leider noch nicht so eingestiegen…allerdings werde ich wohl auch demnächst in meinem Blog investieren, wenn sich das Hobby weiterhin hält :-)

    Liebe Grüße!
    http://carolinevonh.blogspot.de/

  • toller Artikel und so wahr! :)

  • Joram sagt:

    Ich sitmme vielen Gedanken zu. Vor allem der Umzug von Tumblr zu WordPress war nicht so einfach, gerade wenn man auf WordPress bestimmte Strukturen (Titel, Artikelbilder, Bildgrößen und Formatierung) einhalten will. Tumblr hat mir nur insofern geholfen, dass ich viel ausprobieren konnte, was ich machen will, um dann fokussiert auf wordpress weiter zu machen.
    Ich finde es aber enorm wichtig, selbst zu hosten und zu managen. Man lernt mehr, man hat mehr Kontrolle und es ist noch mehr das eigene Baby. Ich habe allerdings Geld für ein Theme ausgegeben, dass ich dann per CSS weiter modifiziert habe. Da stimme ich voll zu, das ist noch mal ein Haufen Arbeit für den es ok ist, Geld auszugeben.
    Ich bin bei weitem nicht viral oder professionell unterwegs, an guten Tagen kratzt meine Besucherzahl an der 80. Dadurch kann ich es aber auch entspannter angehen lassen, Content dann machen, wenn ich will, nicht wenn eine Leserschaft es verlangt.
    Insgesamt finde ich Deine Zusammenstellung hier wirklich gelungen und einen guten Start für angehende Blogger.

  • Tanja sagt:

    perfekt! danke für deine tollen beiträge xoxo http://www.tbfashionvictim.com

  • Bin gerade auf den Guide gestoßen und finde ihn richtig gut! Ich lerne gerade viel über das Aufnehmen guter Bilder.
    Was mir sehr schwer fällt: Ich auf ein Thema zu spezialisieren. Hoffe es gibt auch Leser, die Abwechslung mögen…..
    Weiter so!

  • Samy sagt:

    Ich bin bei der Suche nach ein paar Inspirationen auf den Blog gestoßen. Sehr hilfreiche Artikel, weiter so!

  • Maria sagt:

    Ich hatte zum Glück sofort Hilfe bei dem Umzug von Blogger auf WordPress, alleine hätte ich es nie geschafft. Bzw. ich hatte es geschafft, doch den Suchmaschinen konnte ich den Weg nicht erklären. Ich bin auch der Blogger-Gemeinschaft sehr dankbar, viele Mädels sind so hilfreich und unterstützen so gut wie es eben geht.

    Mein Fehler war aber auch zu Beginn ein anderer Name. Er war zwar nicht so gravierend, aber dennoch habe ich bis heute noch „Ach, du bist Mia“-Erlebnisse. Wenn ich auf einem Event geladen bin, kennen mich die Meisten nur als Mia und wenn ich mich als Maria vorstelle, dann werde ich schlecht zugeordnet.

  • Isa sagt:

    Richtig guter Artikel. Habe gerade erst meinen Blog gestartet und deine Tipps haben mir schon sehr geholfen.

    Liebe Grüße aus Australien
    Isa :)

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