Wenn es mal privat wird: Auf Du und Du mit deinen Lesern

Blogs persoenliche Ebene mit lesern

Neulich saß ich mit einer Freundin von mir bei einem (oder auch drei) Gläschen Weißwein zusammen. Schnell kamen wir dabei auch auf das Thema Blogs zu sprechen.
Sie schilderte mir stolz, wie sie es geschafft hat, die ein oder andere „Kundenstory (sie arbeitet für eine Wedding Fotografin) auf hochwertigen Wedding Blogs zu platzieren.

Sie beschrieb, wie sie durch die Interviews mit ihren Klienten, auch wenn sie diese selbst nur per Email kannte, einen so persönlichen Bezug aufbaute, dass sie irgendwann das Gefühl hatte, diese persönlich zu kennen. Als seien sie Freunde.

Ihre Schilderung erinnerte mich stark daran, wie wir Blogs und Vlogs konsumieren. (Oder zumindest ich)

„Woher hat sie diese wunderbare Handtasche?“, „Ihren Job hätte ich auch gerne. Ich wüsste zu gerne, wie ihr Werdegang aussieht“, „Sind die beiden nun ein Paar?“, „Mal sehen was sie heute leckeres gekocht hat.“ „Oh, es gibt ein Draw My Life Video.“

Ich weiß nicht wie dir es geht, doch Blogs die ich besonders gerne lese, denen folge ich auf Facebook, Twitter, YouTube, Instagram… das volle Programm. Ist vielleicht ein wenig stalky, das gebe ich zu, doch ich bin auch neugierig.

Persönlichkeit kommt an

Was macht diese Blogs so besonders interessant?

a) In erster Linie sicherlich der Content, sonst wären wir im ersten Step nicht auf dem entsprechenden Blog gelandet oder hätten ihn erst gar ein zweites Mal besucht.

  • Mehrwertiger Content
  • Löst ein Problem das wir haben
  • Inspiriert uns
  • Unterhält uns

b) In zweiter Linie zeichnen sich die Blogs, die uns besonders faszinieren, oftmals aus weil:
sie uns auf einer persönlichen Ebene ansprechen

  • wir den Blogger hinter dem Blog sehr spannend finden
  • der Blog Content bietet, in dem wir uns (in unserer derzeitigen Lebenssituation) wiederfinden.

Gerade die persönliche Ebene ist es jedoch, die uns einen Blog ans Herz wachsen lässt.

Sobald wir etwas persönlicher werden auf unseren Blogs und Social Channels, erlauben wir unseren Lesern einen Einblick in unser Leben und damit ziehen wir sie ein Stück weit näher an uns heran.
Wir werden damit erlebbarer.

Das ist definitiv positiv und auch eine Art der „Kundenbindung“. Schließlich schaffen wir durch eine persönlichere Ebene auch, dass Leser den Blogger hinter dem Blog kennen (und lieben) lernen.

Wie schafft man eine Persönliche Ebene und gibt dabei nicht zu viel preis

Es ist nur allzu leicht, mal eben eine witzige Situation auf Instagram zu teilen oder eine Situationsaufnahme über Snapchat an deine Follower zu schicken. Dabei solltest du jedoch immer deine „persönlichen Social Media Guidelines“ im Hinterkopf haben:

Was kann ich teilen, ohne dass es (schwerwiegende) Konsequenzen für mich und mir nahestehende Personen nach sich zieht. Was will ich teilen und was geht mir zu weit?

Lesernähe aufbauen auch ohne das Privatleben zu teilen

Auch ohne privates preiszugeben, ist es möglich Lesernähe aufzubauen. Heutzutage sogar noch leichter denn je.
Twitter, Instagram, Facebook und auch dein Blog (und auch die deiner Leser) helfen dir dabei.

Wichtig ist dabei, dass du deinen Lesern nahe bist. In deinem Falle, nicht indem du sie an deinem Leben teilhaben lässt, sondern durch Dialog.
Beantworte ihre Fragen innerhalb deiner Kommentare. Greife Fragen von Ihnen in Social Media auf, kommentiere auf ihren Instagram Accounts, usw.…
Zeige Ihnen, dass du weißt, wer sie sind. Dass du dich an sie erinnerst.

Denke dabei nur an die Zeit, als ein Blogger, den du besonders gut fandest, zum ersten Mal auf einen deiner Kommentare geantwortet hat, oder dir plötzlich auf Twitter folgte.
Du hast dich gefreut, nicht wahr?
Was beide Wege gemeinsam haben, ist der Aufbau einer persönliche Ebene.

Beide Wege sind effektiv, wenn es darum geht Leser an den Blog zu binden.
Meines Erachtens nach, ist eine Kombination aus beiden, der wohl spannendste und interessanteste Weg für deine Leser. Doch egal, welchen Weg du wählst, stelle sicher, dass du dich auch wirklich immer wohl dabei fühlst und nichts teilst, nur weil es gerade alle tun.

Wo liegen bei dir die Grenzen? Was würdest du niemals auf deinem Blog teilen und gibt es Dinge, die du zwar auf deinem Instagram oder Twitter teilst, aber niemals auf deinem Blog?
Ich bin gespannt, wie du das Thema handhabst.

9 Comments

  • Christine sagt:

    Ich finde es persönlich recht einfach, ich habe für mich ein paar Regeln aufgestellt unnd halte mich überwiegend dean: Keine Namen von Freunden und Familie, keine Fotos von Freunden und Familie, so wenig Fotos von mir wie möglich. Dafür aber Anekdoten und Geschichten, die mit anderen Bloggern zusammen hängen.

  • Barbara sagt:

    Wieder einmal fantastische Tipps! Genauer Wohnort, Nachname von Bekannten, Fotos, auf denen man das Gesicht von Fremden sieht (zB. von einer Reise) würde ich nie teilen. Fotos und Vorname von Freunden nur mit deren Einverständnis, beispielsweise bei meiner ‚Beauty Bag-Geheimnisse mit…‘-Serie.

  • Jenny sagt:

    Schwieriges Thema wie ich finde, denn durch die Impressumspflicht fallen so Dinge wie Wohnortschutz und Co. schon weg. Allerdings veröffentliche ich z.B. keine Fotos von Freunden auf meinem Blog, genauso wie Fotos auf denen fremde Menschen erkennbar sind. Die Gefahr hier verklagt zu werden ist mir viel zu groß. Des Weiteren teile ich ganz persönliche Daten nicht mit meinen Lesern, speziell so etwas wie Gewicht, Arbeitsplatz, familiäre Beziehungen usw.
    Wie heißt denn das tolle Plugin, dass den Slider „More Stories“ öffnet? Ich habe ihn bereits gesucht und sowas ähnliches auch gefunden, aber ich bin damit noch nicht zufrieden 😉 Vielleicht kannst du mir ja einen Tipp geben.

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Sandra sagt:

      Hi Jenny,
      Ich bin ja auch eher so der „Geheimniskrämer, wenn es um familiäre Beziehungen, Arbeitsplatz, etc.. geht Aber was meinst du denn mit Gewicht?

  • Ein sehr interessantes Thema, finde ich und du hast es gut umschrieben. Ich gebe dir absolut recht, dass es Sinn macht, eine persönliche Ebene aufzubauen, das ist vor allem ja der Ursprung eines Blogs.
    Ich persönliche bringe teilweise schon private Anliegen und Themen mit ein, aber sie haben eigentlich fast immer mit meinem Blogthema DIY und Wohndesign zu tun.
    Allerdings bin ich mit der Zeit immer etwas mehr aufgetaut, allein schon, weil ich einen persönlichen, offenen Blog viel ansprechender und schöner finde und das Bloggen so auch mehr Spaß macht.
    Aber klar, das ist halt doch irgendwie eher das virtuelle Leben. Mal schauen, wie es sich weiterhin so entwickelt.
    Liebe Grüße,
    Souhela :-)

  • Pepe sagt:

    Liebe Sandra,
    Danke für diesen tollen Artikel. Du hast das alles sehr klar und verständlich erklärt und ich glaube, jeder versteht jetzt den Unterschied zwischen „Persönliches posten“ und „persönlich posten“. Es gibt immer noch viele, die den Unterschied einfach nicht verstehen wollen und meinen, sie wollen nicht so viel von sich preisgeben. Das es gar nicht braucht, hast du jetzt super dargestellt.
    Ich verkaufe meinen eigenen Produkte und versuche das auf meinem Blog und auf meinen Social Media Accounts auch so zu machen, wie du es beschreibst und fahre sehr gut damit. Auch wenn andere meinen, das sei unprofessionell. Als „seriöse“ Firma gehört sich das nicht. So ein Quatsch! Die Produkte, die man herstellt, sollen professionell sein, der Kundenservice auch, natürlich die Fotos und alles drum herum, aber hinter jeder Firma stehen doch Menschen?! Und ich finde nichts langweiliger, als aalglatte Verkäufer ohne jeden Schuss Persönlichkeit. Das reizt mich überhaupt nicht und solche Accounts sind einfach nur langweilig.
    Liebe Grüße
    Pepe

    • Sandra sagt:

      Ich persönlich mag es auch zu wissen, wer oder was hinter einem Shop steht. Vielleicht auch die Geschichte zu einem produkt zu erfahren. Das macht es, wie du sagst, gleich viel persönlicher. Passt sicherlich nicht zu jedem Business aber das muss man selbst herausfinden und für sich festlegen.
      Vielen dank für deinen Kommentar und deine Erfahrungen mit dem Thema.

  • Aileen sagt:

    Sehr interessanter Beitrag! Bin auch immer im am überlegen, was ist zu privat….ich veröffentliche auch nur Bilder von dritten mit Ihrer Zustimmung bzw. wenn sie das auch wollen. und schliesse mich sonst den vorangegangen Kommentaren an. Dann natürlich nur Bilder die nicht zu persönlich sind!
    Aber ich finde das muss auch jeder selbst wissen. Hauptsache er steht voll dahinter. Was andere denken sollte uns fast egal sein, auch wenn es nicht immer so ist!

  • Alex L sagt:

    Hallo Sandra,
    ein interessantes Thema und ich publiziere schon mal nichts, was nichts mit dem Blogger-Alltag zu tun hat. Wo ich gerade arbeite offline oder sonst was, gehört nicht in mein Hobby Bloggen. Auch persönliche Bilder gibt es von mir etwas auf Facebook und die ganzen Avatarbildchen. Das wäre es auch schon.

    Das entscheidet aber jeder Blogger für sich allein wie er sich im Blog zeigen und geben will. Für die einen ist es vollkommen in Ordnung, eigene Selfies mit Freunden zu zeigen. Andere BloggerInnen würden es niemals machen. Ich würde das auch nicht mehr machen, denn da blogge ich eben dementsprechend etwas anders.

    Zu private Fragen können gerne per Mail gestellt werden und ich kann sie dann eventuell beantworten, aber nicht in den Kommentaren. Es muss alles meistens ja auch beim Thema des Artikels bleiben. Meine Bloggerei ist dennoch authentisch, würde ich mal behaupten, denn den Kontakt zu den Lesern auf dem Hauptblog Internetblogger.de habe ich dennoch irgendwie.

    Heute ist übrigens mein Kommentier-Mittwoch und ich verlinke dich von meinem jungen Blog Liebrecht.cc im später zu erscheinendem Blogpost. Ein bisschen Vernetzung tut jedem Blog gut, würde ich meinen :)

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