Wie viele Blogposts sind genug?

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Wie oft sollte ein Blogger pro Woche posten? Ein Topic das sehr häufig diskutiert wird und zu dem es ehrlicherweise nicht wirklich eine Antwort gibt.
Nichtsdestotrotz habe ich hierzu ein paar Gedanken niedergeschrieben und einige Pros und Cons beleuchten.

Vorteile von täglichen Blogposts

  •  Tägliches posten bringt dich in einen Bloggingrhythmus

Es ist nicht zu leugnen, dass eine tägliche Bloggingroutine es vereinfacht, Content zu produzieren und langfristig am Ball zu bleiben.
Man schafft sich täglich etwas Zeit um zu recherchieren, zu schreiben, andere Blogs zu lesen… Man kommt sozusagen nach einer Weile in einen gewissen Groove und die Chancen dabei zum Langzeitblogger zu werden sind groß.

Ich merke es selbst, wenn ich es nicht schaffe täglich zu bloggen (durch Projektarbeit kann das phasenweise bei mir vorkommen) neige ich eher dazu es auch mal schleifen zu lassen, als wenn ich mich täglich auf meinen Hosenboden setze und einfach schreibe.

  • Tägliche Postings bedeuten tägliche Leser, bedeuten tägliches Leser Engagement

Ich habe es über die Jahre oft feststellen dürfen, wie schnell sich meine Leser an gewisse regelmäßige Features, tägliches Postings zu gewissen Uhrzeiten, etc.. gewöhnt haben. Immer wenn ich daran etwas auf einem meiner Blogs änderte, wurde dies sofort bemerkt und kommentiert.
Dementsprechend durfte ich aber auch feststellen, dass je seltener ich poste, umso stärker die Engagement Rate auf meinen Blogs und Social Networks abnimmt.

Regelmäßige Features und regelmäßig produzierter Content baut deinen Blogbrand auf und steigert deine Besucherraten.

  • Mehr Postings = Mehr Wege deinen Blog zu finden

Es ist im Grunde ganz einfach. Je mehr Artikel ich auf meinem Blog habe, desto mehr Türen öffne ich Suchenden über verschiedene Keywörter auf meinen Blog zu gelangen.
Poste ich wöchentlich nur 1 mal, öffne ich „lediglich“ 52 Türen bis zum Ende des Jahres. Poste ich jedoch täglich 1 mal, dann schaffe ich 365 Wege um zu mir zu gelangen.

 

Nachteile von täglichen Blogposts

  • Blogger Burnout

Der Blogger Burnout ist wohl die größte Gefahr die einem Blogger begegnen kann, wenn man die Posting Frequenz zu hoch ansetzt.
Jeden Tag (vielleicht sogar mehrfach) neuen, einzigartigen, hilfreichen, engaging, … , Content zu schreiben und das auch über Jahre zu schaffen, bleibt oft nicht ganz ohne Folgen – besonders dann, wenn dein Social Life, wie Familie, Freunde, Arbeit dich auch hin und wieder gerne sehen und dich fordern.

  • Reader Burnout

Es besteht eine feine Linie zwischen regelmäßigen Leserentertainement und Überflutung des Lesers mit Content.
Wenn deine Leser überfordert sind mit der (täglichen) Anzahl an Postings, können sie die Menge die du täglich an Content produzierst gar nicht mehr verarbeiten. Und sie werden auch nicht mehr alle deine Artikel lesen. Die Anzahl ist hierbei stark von der Nische abhängig in der du bloggst. Technikblogs haben i.d.R. recht kurze Infos und posten am Tag mehrfach. Durch die Kürze sind sie jedoch einfacher aufzuehmen als bspws ein How-to Blog.

Es gibt einen (Business) Blog, den ich sehr schätze, den ich ich aber ehrlich gesagt kaum noch lese, da ich in meinem Feedreader kaum noch nachkam, die wöchentliche Menge an Artikeln alle zu lesen. Und obwohl ich den Blog sehr mag und mit dessen Gründer auf Twitter gerne kommuniziere, habe ich es aufgegeben den Blog zu lesen.

  • Zurückgehendes Leser Engagement

In Zusammenhang mit dem zuvor genannten Punkt, wird oftmals auch ein Rückgang des Leserengagements verzeichnet und sogar ein Rückgang der Besucherzahl.

 

Wie viele Blogposts sind nun zuviel?

Du siehst schon, auch wenn ich jeweils nur drei Pro und Contra Argumente anbringe, kann man sie jeweils leicht mit dem Gegenteil belegen.
Es gibt leider keine feste Regel, wenn es um die Anzahl der Postings pro Tag / pro Woche geht.

Wenn du herausfinden willst, wie häufig, zu häufig für dich und deine Leser ist, dann setze dir eine Zeitspanne und probiere es innerhalb dieser Zeit aus. Idealerweise nimmst du dazu eine Zeitspanne, die nicht gerade in Sommerferien oder Feiertage fällt, damit du auch ein klares Besucherergebnis erhältst.

Nutze deine Statistiken und werte genau aus.
Betrachte nicht nur die Zeitspanne, sondern jeden einzelnen Tag. Eine kleine Hilfe bieten dir dabei die Artikel „Werde zum Statistik Nerd: Blogstatistiken analysieren & effektiv nutzen – Teil 1″ und „Werde zum Statistik Nerd: Blogstatistiken analysieren & effektiv nutzen – Teil 2„.

Welche Vor-und Nachteile siehst du dabei und wie handhabst du es auf deinem Blog, in deiner Nische?

8 Comments

  • Juli sagt:

    Interessanter Artikel mit einer guten Frage, die mich auch häufig beschäftigt. Ich habe mir vor einiger Zeit einmal vorgenommen, jeden Tag zu bloggen. Am Anfang hat das auch sehr gut funktioniert. Und ich konnte eigentlich nur die Pro-Argumente feststellen, die du oben beschrieben hast. Mehr Leser, mehr Zugriffe, mein Netzwerk ist gewachsen.
    Die Zeit dafür habe ich mir gerne genommen und es ist auch nicht so, dass ich, wenn ich an einem Tag nicht blogge, keine Zeit dafür gehabt hätte.
    Meistens scheitert es an den Ideen. Ich blogge schon etwas länger und da hat man ja dann auch irgendwann mal das Gefühl, über alles schon einmal geschrieben zu haben.
    Trotz dass ich mit einem Redaktionsplan arbeite, den ich wöchentlich erstelle, entstehen zeitweise Lücken von Tagen, an denen ich nicht poste, weil ich keine Inhalte habe.
    Das ärgert schon sehr. Vielleicht wäre das ja auch mal eine Idee für einen Artikel. Gängige Tipps wie „lass dich von anderen Blogs inspirieren“ haben mir da bis jetzt nicht wirklich weiter geholfen 😉

    • sandra sagt:

      Also cih lese deinen Blog ja total gerne Juli.
      Ich kann dir aus Lesersicht sagen, es fällt überhaupt nicht auf, dass du manchmal das Gefühl hast keine Contentideen mehr zu haben.
      Aber ich weiss genau was du meinst. Ich bin mit Shoppingverse an einem Punkt, wo cih nicht mehr weiter kann und eigentlich auch nicht mehr weitermachen will. Mir fehlen die Ideen und mittlerweile auch die Lust.

      Was mir geholfen hatte über eine lange Zeit, waren wiederkehrende Features. Mittwochs hatte ich immer den Crafty Wednesday, da zeigte ich besonders schöne Dinge von Etsy und DaWanda, immer passend zu einem bestimmten Thema.
      Freitags gab es den Look-out, eine kleine Linksammlung, die immer sehr gut ankam und Dienstags immer das Schnäppchen der Woche.

      Aber das ist eine gute Idee. ich greife das Thema mal auf. Danke für den Tipp!

  • Wieder ein interessanter Artikel, auch wenn er – für mich – keine neuen Erkenntnisse parat hatte 😉 Aber auf jeden Fall hast du Recht: Man sollte eine Balance finden mit der man selbst, aber auch die Leser zufrieden sind. Ich versuche 2-3 Artikel pro Woche zu veröffentlichen; hierbei habe ich aber kürzlich den Dienstag zum „Cover Candy Tuesday“ ausgerufen. An diesem Tag küre ich ein besonders schönes Buchcover und ich hoffe, diese Artikelreihe wird sich bei den Lesern etablieren :) Vorteil ist, dass ich mir nicht jeden Dienstag völlig neuen Content „aus dem Hut zaubern“ muss und Buchcover in der Social Reading-Community ein beliebtes Thema sind.

    Außerdem überlege zur Zeit, ob ich auch eine wöchentliche Kolumne einrichten könnte. Dann hätte ich einen Kolumnentag, einen Cover Candy Tuesday-Tag und einen Tag mit „freiem Inhalt“, je nach Anfall.

    Von daher würde mich ein Artikel zu „Artikelserien“ (oder wie man das nennt) sehr interessieren und wie man diese erfolgreich machen kann :) Und welc he Erfahrungen andere Blogger mit solchen Artikelserien gemacht haben.

    • sandra sagt:

      Hallo Katharina, das ist eine sehr gute Idee!
      Ich greife das Thema mal auf und lege am besten auch gleich eine Linkliste an mit Artikelserien, wie sie auf anderen Blogs stattfinden. So als Inspiration.

  • Susi sagt:

    Spannendes Thema! Was sich bei mir bewährt hat: Lange oder längere Texte mit kurzen kombinieren. Oder einfach auch mal nur ein Foto posten … Das zeigt dem Leser: Ey, ich bin da und ich denke an dich und an mein Blog – ohne ihn zu überfrachten. Ich bin nämlich selbst auch ein Kurzleser und mag mich nicht ständig durch lange Posts „quälen“.

  • Susi sagt:

    PS: „kombinieren“ war der falsche Ausdruck. Was ich meine ist abwechseln.

  • locke sagt:

    Ich finde die Idee mit einem Rhythmus gar nicht so schlecht, aber täglich? da ist man doch zu häufig von sich selbst enttäuscht, wenn man es nicht schafft und auch mal nicht kann.
    Lieber sowas wie 5 Posts pro Woche vornehmen, dann hat man immer die Möglichkeit auch vorzuarbeiten, wenn man mal einen motivierten Tag erwischt hat.

  • Katharina sagt:

    Ich finde, dass man in sein „Wie oft?“-Gedankenspiel auch mit einbeziehen sollte, was man mit dem Blog erreichen möchte, und welchen Stellenwert der Blog im eigenen Leben hat. Die Frage „Blog oder Leben“ könnte ich persönlich ohne mit der Wimper zu zucken beantworten – aber bei mir als Foodblogger kommt beispielsweise auch noch dazu, dass ich recht intensive Posts veröffentliche. Sprich: Einkaufen, Kochen, Fotografieren, Nachbearbeiten, Schreiben. Pro Post sind das im Schnitt 3 oder 4 Stunden, vor allem, wenn das Hirn leer ist und einem partout kein Text einfallen will. 😉
    Ich würde per se gern mehr als einen oder zwei Posts pro Woche veröffentlichen, aber mit ausschließlich eigenem Content und ohne wahnsinnig große Ambitionen außer denen, maximalen Spaß am Bloggen zu haben, ist mir die dafür benötigte Zeit einfach zu wertvoll.

    Hat man aber Ziele für und mit seinem Blog, dann wäre meine derzeitige Schlagzahl definitiv zu wenig. Wie immer alles eine persönliche Sache und somit ganz schwer in gut und schlecht zu katalogisieren…

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